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Liechtenstein - aktuelle Lage
Steuerparadies Liechtenstein
Dem Fürstentum Liechtenstein geht es gut. Keine Staatsverschuldung, sondern im Gegenteil ein Überschuss - da träumen viele Staaten davon. Wie bei der Schweiz sind es aber hauptsächlich die Geldgeschäfte mit Ausländern, die Liechtenstein den Reichtum bringen. Da will natürlich auch der Fürst nicht abseits stehen. Über eine Stiftung ist er Eigentümer der LGT Group, einem Finanzunternehmen mit dem Sitz in Liechtenstein.
Diese Bank hatte zumindest einen Mitarbeiter, der unerlaubt Daten kopierte und damit reich wurde. Er bot diese Daten den Nachrichtendiensten anderer Regierungen an, die keine Skupel kannten und ihm die geklauten Daten für Millionen abkauften. Über Moral lässt sich bekanntlich streiten - der Zweck heiligt wohl die Mittel.
Andererseits ist es natürlich schon seltsam, dass Menschen wie ein jetzt ehemaliger Vorstandsvorsitzender eines bekannten deutschen Dienstleistungskonzerns auf dem Sektor der Briefverteilung den Hals nicht voll bekommen können. Da verdient so ein Mensch in einem Jahr doppelt so viel wie ein durchschnittlicher Facharbeiter in seinem ganzen Leben, und trotzdem sucht er nach Möglichkeiten, um Steuern zu sparen.
Dass die Liechtensteiner Bürger wenig Steuern zahlen, ist angesichts der Staatsfinanzen keine Überraschung. Ausländer können davon profitieren, in dem sie in Liechtenstein eine Stiftung errichten. Deren Erträge wären zwar, wenn sie einem deutschen Steuerbürger zufließen, zwar hier steuerpflichtig - aber woher will das Finanzamt davon wissen? Schließlich gab es ein Steuergeheimnis in Liechtenstein, das Auskunftsersuchen deutscher Behörden ohne Antwort ließ.
Das führte zu einigen Kontroversen und schließlich zu einem Abkommen, das einen Informationsaustausch in Steuerfragen vorsieht. Dadurch hofft man, solche Auswüchse in der Zukunft verhindern zu können.
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