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Gedächtnispsychologie
Das Gedächtnis ist kein Kasten oder Speicher, in dem wichtige Dinge gelagert werden, es ist kein passiver Geräteteil, der starr darauf wartet, dass der Schalter betätigt wird. Unter „Gedächtnis“ versteht man vielmehr eine Reihe von Funktionen, die allem Psychischen zukommen, die vier wichtigsten davon sind die Überzeitlichkeit, das Einprägen, das Behalten und das Abrufen.
Unter Überzeitlichkeit versteht man die Abhebung von der aktuellen, zeitlich festgelegten Gegenwart. Das menschliche Gehirn kann nicht nur Erinnerungen an eigene Erfahrungen abrufen, sondern das Wissen ganzer Generationen. Ohne diese Funktion könnte der Mensch kein Werkzeug gebrauchen, nicht laufen, nicht radfahren oder mit anderen Menschen sprechen. Das Phänomen der Überzeitlichkeit verlängert das Seelische in die Vergangenheit und in die Zukunft. Je besser das eigene Gedächtnis funktioniert, desto besser kann man die Zukunft planen.
Das Einprägen ist ein zeitlich begrenzter Vorgang. Eine gewisse Menge Information wird in einer bestimmten Zeit gespeichert. So beim lernen eines bestimmten Stoffes, oder beim merken eines Witzes, der einem besonders gut gefallen hat. Wenn das Einprägen gut funktioniert, wird das gelernte behalten, was die dritte Funktion des Gedächtnisses darstellt. Ein Gedächtnis enthält eine riesige Menge veränderbaren Wissens, das bei Bedarf abgerufen werden kann. Das Abrufen ist die vierte Funktion des Gedächtnisses. Bei jeder Situation, in der gespeichertes Wissen gefragt ist, scannt der Mensch seine „Kopfbibliothek“ nach der entsprechenden Rubrik ab. Nicht nur Prüflinge werden solche Abrufsituationen kennen. Das Gegenteil der drei Gedächtnisfunktionen Einprägen, Behalten und Abrufen sind die Merkschwäche, die Vergesslichkeit und das Abrufversagen – der berühmte Black-Out in der Prüfung.
Das Gedächtnis lässt sich spielerisch Trainieren, mit Denksport beispielsweise, so dass es seltener zu diesen Erscheinungen kommt.
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