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Kirschkernkissen
Schon im frühen Mittelalter kannte man die wohltuende Wirkung eines Kirschkernkissen. Bei Ausgrabungen in der westfälischen Stadt Münster fand man in einer mittelalterlichen Abfallgrube die Überreste eines Kirschkernkissen. Die Kirschkernkissen wurden damals wohl auf Kachelöfen aufgewärmt und dann als Heilmittel auf die schmerzenden Körperstellen gelegt.
Aber auch heute hat ein Kirschkernkissen nichts von seiner Popularität verloren - ganz im Gegenteil. Kirschkernkissen werden heute als Wärmflaschen-Ersatz in vielfältiger Weise eingesetzt. So sind sie ideal bei der Linderung der sogenannten 3-Monats-Koliken bei Neugeborenen. Oder aber man legt ein Kirschkernkissen, eingepackt in einer Plastiktüt e, in den Gefrieschrank und man stets ein gekühlte Kühlkissen zur Hand.
Ein Kirschkernkissen bezeichnet man zurecht auch als trockene Wärmflasche. Der große Vorteil ist dabei, dass man sich an einem Kirschkernkissen nicht verbrühen kann.
Die Wirkungsweise des Kissens beruht auf der physikalischen Eigenschaft des Kirschkernes Wärme bzw. Kälte schnell aufzunehmen, zu speichern und dann über einen langen Zeitraum wieder abzugeben.
Aber auch sonst finden Kirschkerne heute auf vielfältige Weise ihren Einsatz.
So nutzen Ergotherapeuten die Kirschkerne bei der Behandlung von behinderten Kleinkindern oder auch bei der Rehabilitation von Erwachsenen, z. B. nach einem Schlaganfall.
Bei der Behandlung von Kleinkindern werden Kirschkerne in große Behältnisse gefüllt, Gegenstände in den Kirschkernen versteckt und die Kinder in die Kirschkerne reingesetzt. Sie sollen dann die versteckten Gegenstände suchen und ertasten. Das schult die Wahrnehmungsfähigkeit der Kinder.
Aus den Kirschkernen kann in einem industriellem Verfahren auch Bitter-Mandelaroma gewonnen werden.
Aber auch als umweltfreundlicher, weil CO-neutral verbrennender Heizstoff finden Kirschkerne heute ihre Nutzung.
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