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Startseite > Artikel > Die Sehnsucht in uns

Artikeldatum: 2007-05-03 | Autor: Margret Schlunder | Aufrufe: 9471 | Kategorie: sonstiges

 

Die Sehnsucht in uns

Wir alle sind voller Sehnsucht. Zum Teil leben wir einiger unserer Sehnsüchte, doch zum Großteil liegen diese im Alltag begraben. Wonach sehnen wir uns? Unsere Sehnsüchte kommen aus unserer tiefsten Seele. Zu nächst sind da Sehnsüchte nach ganz elementaren Dingen wie Liebe, Geborgenheit, Anerkennung und Glück. Ferner sehnen wir uns alle nach Freiheit im allgemeinen, ja wir wollen frei sein die Dinge, die uns Spaß machen zu tun und vor allen Dingen der oder die zu sein, die wir in Wirklichkeit sind. Das ist vielleicht das größte Anliegen unserer Seele. Darüber hinaus haben wir noch viele andere Sehnsüchte:
Der eine möchte sich künstlerisch betätigen oder ein Handwerk nachgehen, einer möchte Fallschirm springen, der andere die Welt bereisen. Oft sehnen wir uns nach einem bestimmten Menschen, nach der Heimat, der Ferne oder nach vergangenen schönen Erlebnissen. Wie es auch sei, in jedem brennen diese tiefen Sehnsüchte und wollen gelebt werden. Doch meist gibt es viele Hindernisse und nicht wenige zweifeln an der Erfüllung ihrer geheimen Sehnsucht. So denkt gar mancher: „Ach es hat ja gar kein Zweck, mein Traum wird doch nicht wahr.“ Und wie oft denken wir :Ach ich würde ja so gerne, aber...“ Meist sind wir erfüllt von tiefer Wehmut. Weil man meint, das vieles nicht sein kann oder sein darf, was man doch so gerne von Herzen sich erträumt. Haben Sie schon mal über Sehnsüchte und Träume nachgedacht? Haben Sie mal nach gespürt, was da so in Ihnen steckt, was im Innern zwickt und drückt und erkannte und gelebt werden will? Manchmal spüren wir eine Traurigkeit, ein Unglücklich sein, eine Wehmut und wissen nicht richtig, was mit uns los ist. Was quält mich tief in meinem Innern, was versetzt mich in eine derartige Stimmung, die hinführen kann bis in die Depression und zu anderen Erkrankungen führt. Oft meinen wir auf der Stelle zu stehen, nicht dreht sich mehr oder wir laufen wie der Hamster im Rade und arbeiten, sind so in unserem Alltag gefangen, dass wir gar nicht merken, was mit uns nicht stimmt.
Hatten Sie auch schon mal das Gefühl, dass etwas in ihrem Leben fehlt, dass Sie nicht mit sich im Einklang sind, und es Ihnen an Lebenserfüllung fehlt? Vielleicht befinden Sie sich an einem Arbeitsplatz oder in einer Beziehung, wo Sie sich nicht wohl fühlen, weil Sie nicht Sie selber seien können und einer Tätigkeit nachgehen, die Ihnen nicht liegt oder es fehlt etwas ganz anderes im Leben.
Mir erging es von fast zehn Jahren so. In mir war zeitlebens eine große Traurigkeit, die ich mir nicht genau erklären konnte. Egal, was da war, es gab immer Augenblicke des Glücks in meinem Leben, wie bei anderen Menschen auch, aber doch war da noch etwas, was in mir brannte, was ich all die Jahre unterdrückte und ich nicht wahr haben wollte. Was wirklich mit mir los war, war mir nicht bewusst, doch da war immer diese Traurigkeit. Da waren auch Zeiten, wo es viel zu tun gab. Ich heiratete und bekam zwei Kinder, arbeitete im meinem Wunschberuf als Erzieherin und doch war ich nicht wirklich glücklich. Was fehlte mir? Ich nahm das Gefühl der Traurigkeit wahr, hatte aber mit Haushalt, Kind und Berufstätigkeit genug zu tun, dass ich keine Zeit hatte für große Auseinandersetzungen mit mir und meinem Leben, zu mindestens nahm ich sie mir nicht. Wie viel Menschen geht es ähnlich, wer ist nicht gefangen im Stress des Alltags? Doch dann hatte ich zwischendurch doch Zeit, wo ich Pausen für mich hatte. Unser zweite Sohn wurde geboren, ich blieb zuhause und war jetzt öfter mal für mich, wenn der Älteste in der Schule war und die Jüngere schlief. So hatte ich dann plötzlich Zeit zum Nachdenken. Eigentlich müsste ich doch zufrieden sein, warum war ich es dann nicht? Ich grübelte und grübelte, kam aber einfach nicht darauf. Als Erzieherin war ich etwas mit der Psychologie vertraut und wusste, dass viele Probleme, die wir mit uns tragen in der Kindheit verborgen liegen. Also fing ich da an zu graben. Eigentlich hatte ich doch eine schöne Kindheit oder nicht? Sicher da waren die ersten drei Jahre im Kinderheim, das kann doch so schlimm nicht gewesen sein, schließlich arbeitete meine damals noch ledige Mutter auch dort. Doch hatte sie auch genug Zeit für mich? Sie hatte dort ja ganz andere Aufgaben zu erledigen, als sich um mich zu kümmern. Von meiner Ausbildungszeit als Erzieherin wusste ich, wie wichtig die ersten drei Jahre im Leben eines Kindes sind.
Schließlich heiratete meine Mutter meinen Stiefvater, und der war doch ganz in Ordnung.
Wo also war das Problem? So wuchs ich doch in einer „normalen“ Familie auf, mit einer verständnisvollen Mutter, bekam noch einen Bruder und da war die Stieffamilie. Eigentlich waren alle immer freundlich zu mir und doch fühlte ich mich nicht angenommen und dazugehörig, obwohl da keiner zu mir sagte: „Du gehörst nicht zu uns oder ähnliches.“
Was also war das Problem? „ Eines Abends fiel es mir wie Schuppen von den Augen.“
Ich brachte meine Tante nach hause und vor dem Elternhaus meiner Mutter kam die Erkenntnis. Ja meine Traurigkeit hing mit der Familie zusammen. Ich hatte meinen leiblichen Vater nie gekannt und endlich wurde es mir klar,wie sehr ich mich nach meinem Vater gesehnt habe, dass er zu mir kommt, mich in den Arm nimmt und sagt wie lieb er mich hat und dass er für mich da ist.
Außerdem waren da jede Menge Fragen: „Wie sah er aus? Wie fühlte er sich an? Wie war sein Wesen? Was hatte ich von ihm?“
Mich durchfuhr ein tiefer Schmerz? Diesen Schmerz, den ich unbewusst vermeiden wollte. Ich hatte mir diese Sehnsucht nie eingestanden. In dieser Nacht weinte ich mich in den Schlaf. Tränen, die ich all die Jahre unterdrückt habe. Trotz des Schmerzes fühlte ich mich auch erleichtert, weil ich meine wahren Gefühle, meine wahren Sehnsucht endlich zuließ.
In der selben Nacht träumte ich tatsächlich von meinem Vater, der schon seit vielen Jahren verstorben war. Im Traum stand er auf einer Brücke, wie zwischen zwei Welten und sagte mir:
„Ich bin immer bei dir und stehe immer hinter mir. Du kannst mir alles sagen.....“
Meinen Vater mal als im „wirklichen Leben“ kennen zu lernen, war unmöglich. Doch ich hatte diesen schönen Traum, wo ich ihn so lebensnah vor mir sah, dass er mir wie ein wunderbares Geschenk vorkommt, dass ich immer im Herzen tragen kann.
Dieses Traumbild sehe ich auch heute nach fast zehn Jahren deutlich vor mir, dafür bin ich sehr dankbar. Es heißt immer Sehnsucht will gelebt werden, und ich denke das ist auch so.
Schließlich ist die Sehnsucht das größte Ausdrucksmittel der Seele, dass uns zur unserer Bestimmung führen soll. Wie war das jetzt bei mir? Wie es schien konnte ich meiner Sehnsucht nach meinem Vater nicht richtig folgen, weil er nicht mehr lebte. Später erkannte ich erst, dass ich ihm geistig viel näher seien konnte, als je gedacht.
Jedenfalls machte ich mich jetzt auf Spurensuche. Ich wollte alles über ihn wissen, alles erfahren und meine Halbgeschwister kennen lernen. Doch das erwies sich als recht schwierig.
Meine Mutter hatte von je her nur wenig von ihm erzählt. Doch immerhin schenkte sie mir Die Ansichtskarten, die er ihr wohl in all den Jahren geschrieben hatte, sowie ein Siegelring von Ihm. Ich fand auch zufällig ein Bild von ihm, dass sie mir schon vor Jahren gab, ich es aber achtlos beiseite gelegt hatte. Dies alles sind wertvolle Kostbarkeiten von ihm. Nur über seine Persönlichkeit erfuhr ich nicht viel. „Okay“, dachte ich schließlich: „Wenn ich ihn schon nicht selbst kennen lernen kann und seine Kinder keinen Kontakt wünschen, so kann ich doch in seine Stadt nach Bremen fahren. Es war ein tiefgreifendes Erlebnis in „seine“ Stadt zu fahren, in die ich mich gleich verliebte, und schließlich zum Friedhof zu gehen und ja , es klingt seltsam, aber hier war ich ihm ganz nah. In Gedanken konnte ich ihm alles sagen und mir war oft, als bekäme ich auch Antwort. So bekam ich einen ganz anderen Zugang zu dem Thema Tod und zu Verstorbenen. Wie sehr hatte ich auch schon um andere Verstorbenen getrauert. Durch den inneren Zugang zu meinem Vater, konnte ich auch in Gedanken zu meinen verstorbenen Großeltern und anderen Verstorbenen sprechen. Ich hatte dies bisher nicht als Möglichkeit erkannt. Ich las und beschäftigte mich viel mit dem Tod und dem Leben nach dem Tod, letztlich mit dem Leben überhaupt. So bekam ich zu diesen wichtigen Themen ein ganz anderes Verhältnis, ja es bereicherte sogar mein Leben und nahm auch ein Stück weit die Angst vor dem eigenen Tod.
So hat es sich denn doch gelohnt dieser Sehnsucht zu folgen, so aussichtslos es mir doch schien. Man muss oft in eine andere Richtung schauen bzw. offen sein für andere Wege.
Am wichtigsten war das Aufdecken dieser Sehnsucht, was im Augenblick zwar einen tiefen Schmerz hervorrief, der aber verging und nicht mehr verborgen im Inneren brodelte.
Sehnsüchte sagen immer etwas über uns aus, sie führen uns im Leben weiter, erinnern oftmals an unsere Lebensaufgabe.
Gerade dieses große Sehnsuchtsgefühl nach meinen Vater veranlasste mich dazu mich intensiv mit der Sehnsucht auseinander zu setzen. So wurden mir auch noch andere Sehnsüchte bewusst. Vor allen Dingen erkannte ich, dass hinter jeder vordergründigen Sehnsucht, eine tiefere, elementare Sehnsucht steckt. So verbarg die Sehnsucht nach meinen Vater besonders die elementare Sehnsucht sich angenommen und geliebt zu fühlen. Das hatte mir all die Jahre gefehlt, sein Annehmen, nicht nur auf dem Papier, sondern in seinem ganzen Sein. Erst nach langer Zeit wurde mir klar, was dieser Satz im Traum: „Ich stehe immer hinter dir, bin immer bei dir“, doch aussagte. Irgendwie spüre ich seit dem in allen Lebenslagen Trost, Mut und Halt von ihm, so als wäre er noch da.
Das Beschäftigen mit der Sehnsucht führte mich noch weiter. Was gibt es noch für Sehnsüchte in mir? Da ist der Wunsch nach Entfaltung und etwas aus meinem Leben zu machen. Wer kennt diesen Wunsch nicht tief in sich. Doch wie viele Menschen sind in einer festen, oft ungeliebten Stellung, wo man nicht wagt die scheinbare Sicherheit, die einen der jeweilige Job bietet, aufzugeben und einen hindert die wahre Sehnsucht zu leben. Für andere Dinge fehlt die Zeit oder das Geld, so denken wir nicht selten. Überhaupt stehen uns zur Erfüllung unserer Sehnsüchte viele Ängste und Hindernisse im Weg. „Darf ich es wagen, kann ich das Risiko eingehen, traue ich mich diesen Weg einzuschlagen, ja und was würde die Gesellschaft dazu zusagen“, so fragen wir uns oft.
Doch bevor wir eine Sehnsucht leben, müssen wir sie erkennen, bewusst wahrnehmen und sie zu lassen, uns erlauben und ihr Raum geben.
Manchmal können wir nicht gleich eine große Sehnsucht erfüllt bekommen, müssen andere Wege gehen oder müssen zunächst Kompromisse eingehen, statt der z. B großen Weltreise, eine Städtetour. In jedem Fall kann man sich vor weg Bildbände ansehen und Reiseberichte lesen.
Wir können unsere Sehnsüchte auch gut künstlerisch zum Ausdruck bringen, durch schreiben,
malen oder durch die Musik. Haben sie schon mal darauf geachtet, wie viel Lieder von den Sehnsüchten des Menschen handeln, ebenso ist die Literatur voll Geschichten von Sehnsucht und Wehmut.
Wie oft werden Menschen krank, weil sie ihre Sehnsüchte ganz vergraben haben oder sich selbst verboten, nach dem Motto: „Es ist doch nicht möglich.“ Andere werden nicht krank, sondern flüchten sich in Süchte wie Rauchen, übermäßiges Essen, Alkohol, andere Drogen oder auch übermäßiges Arbeiten. Wieder andere sind kaum noch fähig ihren Alltag auszuführen, alles fällt ihnen schwer, sie sind wie gelähmt. Es lohnt sich immer mal genau hinzuschauen bzw. in sich hineinzuhorchen und zu fragen: Was fehlt mir im Leben, welche Sehnsucht lasse ich nicht zu oder lebe sie nicht. Auf jeden Fall lohnt es immer mal bei allen Erkrankungen und Süchten auch mal nach seinen geheimen Sehnsüchten zu suchen.
Manchmal haben wir auch einander sich widersprechende Sehnsucht wie z.B. die Sehnsucht nach Freiheit und raus in die Welt zu gehen, etwas zu verändern und die Sehnsucht nach Geborgenheit und Sicherheit und am gewohnten festzuhalten. Dabei ist es hilfreich, beides zuzulassen und als Sehnsucht anzuerkennen und jedes ein Stück weit zu ihrem Recht kommen lassen. Wichtig ist beide Sehnsüchte in sein Herz zu lassen und sich zu erlauben.
Viele Menschen sehnen sich auch nach vergangenen Erlebnissen zurück, Natürlich können wir diese Erlebnisse nicht zurückholen, aber uns bewusst machen und ihr einen Platz in unserem Herzen geben und zu schauen welches Gefühl ist da, wonach ich mich so sehne. Ist es eine verlorene Liebe oder ein anderes Glück. Die Gefühle lassen sich wie bereits erwähnt künstlerisch verarbeiten, vor allen Dingen ist es hilfreich sich klar zu machen, dass man jederzeit wieder ein solches Glück erleben kann. Hegen wir positive Erwartungen, ziehen wir entsprechendes an
Manch eine Sehnsucht bleibt vielleicht unerfüllt, aber dadurch, dass wir sie uns eingestehen und für möglich halten, befreien wir die Seele. Wir können uns die Erfüllung unserer Sehnsüchte bis in kleinste Detail visualisieren, das gibt Kraft diese zu verwirklichen. Herausfinden können sie Sehnsüchte auch gut durch Meditationen oder das Schreiben von Listen: „Ich sehne mich nach.... .“
Befreien Sie Ihre Sehnsucht und Sie werden spüren wie Ihre Seele vor Freude springt und aufatmet.
Wer sich noch intensiver mit dem Thema auseinander setzen will, dem empfehle ich das wunderbare Buch: Befreie Deine Sehnsucht von Safi Nidiaye, erschienen bei Integral

 
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